Osteopathie ist eine manuelle Medizin, bei der man mit den Händen Funktionsstörungen des Körpers diagnostiziert und behandelt. Gemäß dem Prinzip “Leben ist Bewegung“ beruht die Osteopathie darauf, dass alle Gewebe des Körpers frei beweglich sein müssen, damit der Organismus frei von Krankheiten ist. Solche Störungen der Funktion sind jedoch von der Schulmedizin lange Zeit nicht messbar, so dass die Patientinnen oft belächelt und nicht ernst genommen werden. Erst wenn auch die Struktur des Körpers gestört ist, wird daraus eine schulmedizinisch diagnostizierbare Erkrankung - doch dann ist es oft zu spät, und es kommen starke Medikamente (Antibiotika, Cortison etc.) oder Operationen zur Anwendung.
Osteopathie für Frauen
Der weibliche Organismus ist durch das komplexe Zusammenspiel des vegetativen Nervensystems und des Hormonsystems besonders störanfällig. Das dauernde Wechselspiel der verschiedenen Hormone verändert die Funktionsabläufe des ganzen Körpers.
Viele Frauen reagieren darüber hinaus sehr stark auf vegetative Reize (z.B. Stress, Erregung, Trauer) und wandeln diese manchmal auch in körperliche Symptome um.
Durch die einfühlsame, empathische Betrachtung dieser physiologisch-psychologischen Zusammenhänge und die meist sehr sanften Korrekturen, hat die Osteopathie besonders in dem Bereich der Behandlung von Frauen ihre Vorzüge.
Anwendungsbereiche
der Osteopathie für Frauen
Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang natürlich alle Funktionsstörungen im Bereich Gynäkologie/ Frauenheilkunde:
Osteopathie für Frauen ist jedoch nicht nur auf diesen Bereich beschränkt. Auch die nachfolgenden Beispiele sind mögliche Indikationen/Anwendungsgebiete:

Geburtstraumen - Eine häufige Ursache von Entwicklungsstörungen
Wie
entstehen Geburtstraumen?
Am Ende der Schwangerschaft ist der kindliche Kopf so ausgebildet, dass er die Kompression während der Geburt verkraften und sich sogleich wieder erweitern kann.
Das
Gehirn befindet sich gut geschützt innerhalb des knöcheren
Schädels. Die Wirbelsäule schützt das Rückenmark und verbindet
Kopf und Becken.
Becken und Kreuzbein sind so ausgebildet, dass
sie die kopmrimierenden Kräfte der Wehen aufnehmen und dann durch
körpereigene Bewegungen nach der Geburt wieder ausgleichen können.
Probleme bei der Geburt können diese Bereiche beinträchtigen und das Nervensystem folglich von innen stören und die gesunde Entwicklung so behindern.
frühzeitiger Verlust des Fruchtwassers
Auslösen oder Beschleunigen der Wehen mittels Medikation
Lageanomalie des Kindes
Sehr lange (>18 Stunden) oder sehr schnelle (< 3 Stunden) Geburt
PDA (Periduralanästhesie)
Zangen- oder Saugglockengeburt
Nabelschnurumschlingung
mehrfaches oder länger anhaltendes Absinken der kindlichen Herztöne
Geburtsstillstand
Kaiserschnitt
Auch der Zustand des Neugeborenen gibt Hinweise auf die Gesundheit seines nervalen Systems. Zeichen von möglichen Schwierigkeiten sind:
mehr als 12-stündige Verzögerung des Saugreflexes
Spucken oder Erbrechen nach dem Stillen
Überstreckung der Wirbelsäule nach Hinten oder zu einer Seite, wenn das Kind auf dem Arm gehalten wird oder liegt
asymmetrische schlagende oder zuckende Bewegung der Arme oder der Beine
nicht beruhigbares Schreien
Die strukturellen Funktionsstörungen, die aus Geburtstraumen resultieren, sollten so früh wie möglich behandelt werden, damit die neurologische Entwicklung normal verlaufen kann. Indem man optimale anatomisch-physiologische Verhältnisse wieder herstellt, können Verhaltens- und Entwicklungsprobleme abgewendet werden.
ein Beispiel:
Spucken, Schreien
Der
Hinterkopfbereich (Occipitalbereich) ist für den Geburtsprozess von
allergrößter Bedeutung, da er den Weg des Kindes durch den
Geburtskanal leitet. Die intensive Kompression verstärkt sich noch,
wenn es zu Verzögerungen und Komplikationen im Geburtsverlauf kommt.
Am Hinterhaupt verlassen drei wichtige Hirnnerven den Schädel.
Der 9. Hirnnerv (N. hypoglossus), welcher für das Saugen und Schlucken wichtig ist,
der 10. Hirnnerv (Vagusnerv), welcher u.a. den Magen versorgt und verdauungsfördernd wirkt und
der 11. Hirnnerv (N. accessorius), welcher die Hals- und Schultermuskulatur versorgt und für die Kopfhaltung und Drehung wichtig ist.
Wenn das Hinterhaupt durch Druck beeinträchtigt wird, können von Kind zu Kind unterschiedliche Symptome auftreten: z. B. Spucken, Erbrechen, Schreien, Hyperaktivität, aggressives Verhalten, Ängste, Lernprobleme etc.
Zudem können auch viele orthopädische oder organische Probleme durch diesen Bereich ausgelöst oder mitverursacht werden.
Einige weitere häufige Probleme für welche sich Osteopathie für Kinder empfielt sind:
Otitis-Media (Ohr-Infektionen)
Verdauungsprobleme, Reizdarm, Verstopfung, Übelkeit
Asthma, chronische Tonsillitis, Allergien, Infektanfälligkeit, Bronchitis, Sinusitis
Schädeltraumen, Gehirnerschütterung
Rückenschmerzen, Skoliose, Gliederschmerzen, Wachstumschmerzen
Kieferorthopädische Probleme
Lernschwierigkeiten,Verhaltensprobleme, Schulangst, ADD, ADHD
Traumatische Verletzung
Wenn sie noch mehr Informationen über dieses Thema lesen möchten, kann ich Ihnen folgenden Link empfehlen: www.osteopathie.de
Verfasst von Conny Scharschmidt